Heft 1-2000, 24. Jahrgang

Tempus

Herausgegeben von:  Eva Maria Rastner

Kinder, die häufig die Tempora wechseln, wechseln damit nicht unbedingt die Zeitperspektive, sie verwechseln auch nicht die realen Zeiten. Ein Tempuswechsel kann vielmehr eine beabsichtigte Änderung der Perspektive sein, denn Erzählen, Berichten, Vergangenes wiedergeben, kann man – wie zahlreiche literarische Textpassagen beweisen – mit Hilfe von Präsens, Präteritum, Perfekt. Die Zeit, von der man erzählt, wird dabei durch andere sprachliche Zeichen wie etwa Adverbien und Datenangaben festgelegt. Trotzdem finden sich noch immer unter vielen SchülerInnenaufsätzen Anmerkungen wie: “Du wechselst zu häufig die Zeit!”, und Hyperkorrekturen bezüglich der Verwendung der Tempora belegen die feste Verankerung rigider Sprachnormen in den Köpfen mancher Lehrenden.

Die AutorInnen des vorliegenden ide-Themenheftes wollen mit ihren Beiträgen die Diskussion eines wichtigen Bereichs der Grammatik neu beleben, um so an Sprache Interessierte zu sensiblen SprecherInnen, SchreiberInnen und LeserInnen werden zu lassen, wenn es um die funktional und kommunikativ angemessene Verwendung von Zeitformen zum Ausdruck zeitlicher Verhältnisse geht.

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