Heft 1-2008, 32. Jahrgang

Kultur des Hörens

Herausgegeben von:  Ursula Esterl & Edith Zeitlinger

Über Jahrhunderte wurde Wissen mündlich überliefert, von Erzählern an Zuhörer, die ihrerseits wieder zu Erzählern wurden. In unserer multimedialen Medienwelt ist die Fähigkeit zu konzentriertem Zuhören allmählich verloren gegangen. Lehrer und Lehrerinnen klagen immer häufiger darüber, dass ihre SchülerInnen nicht mehr zuhören können, dass es ihnen an Konzentration mangelt. Visuelle Reize liefern schnelle Informationen, das Auge wurde zum zentralen Sinnesorgan. Diese Ausgabe der ide versucht Wege aufzuzeigen, wie man nun in einer Welt der visuellen Reize, der optischen Effekte, in der akustische Impulse viel zu oft nur zur Beschallung, als nicht bewusst wahrgenommenes Hintergrundgeräusch eingesetzt werden, wieder leisere Töne anschlagen kann, wie man Schülern und Schülerinnen den sinnlichen Genuss eines Höreindrucks näher bringt und ihnen hilft, auch aus Gehörtem Informationen zu entnehmen und eben “ganz Ohr” zu sein.

Das Heft versteht sich als Fortsetzung von ide 1/2006 (“Kultur des Lesens”) und ide 1/2007 (“Kultur des Schreibens”), denn Hören ist nicht nur eine automatisierte Fähigkeit, sondern gilt auch als eine Kompetenz, die gezielt und bewusst zu schulen ist, damit eine Kultur des Hörens möglich wird. Wir begeben uns auf die Suche nach der Bedeutung des Hörens und Zuhörens in Schule und Alltag, stellen verschiedene Funktionen des Hörens dar und thematisieren die besonderen Anforderungen der Entwicklung der Fertigkeit Hören für SchülerInnen mit deutscher Muttersprache, aber auch für DaZ-LernerInnen. Einige Unterrichtsprojekte zeigen Möglichkeiten der praktischen Umsetzung auf. Als besondere Unterstützung liegt eine CD mit vielen Hörbeispielen bei, die wichtige Impulse für den Unterricht geben sollen.

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