Heft 2-2010, 34. Jahrgang

Grammatik (und Textgestaltung)

Herausgegeben von:  Ursula Esterl & Robert Saxer

Das ambivalente Verhältnis vieler Menschen zur Grammatik zieht sich quer durch alle Bevölkerungsschichten und macht auch vor Schule und Universität nicht Halt. Ein wesentlicher Grund dafür sind die unangenehmen Erinnerungen an den eigenen Grammatikunterricht in Verbindung mit starren, unumstößlichen Regeln, deren fehlerfreie Beherrschung zur Grundlage der Beurteilung jedweder sprachlichen Äußerung wird. Viele LehrerInnen versuchen dementsprechend diesen Bereich in ihrem Unterricht so schnell wie möglich “hinter sich zu bringen”.

Moderne Konzepte stellen seit längerem den Aufbau von Sprachbewusstsein an die Stelle der Vermittlung von Regeln. Daraus ergibt sich eine Reihe von zentralen didaktischen Forderungen, die nach und nach auch Eingang in die schulische Praxis finden:

  • Den eigenen Sprachgebrauch in mündlichen und schriftlichen Äußerungen zu reflektieren, aber auch erhöhte Aufmerksamkeit für den allgemeinen im privaten und öffentlichen Bereich zu entwickeln.
  • Grammatik als integrativen Bestandteil des Spracherwerbs zu sehen, sich strukturelle Besonderheiten bewusst zu machen, um so das eigene sprachliche Handeln flexibler und situationsadäquater gestalten zu können.

Diese Forderungen sind nicht nur für den Muttersprachen-Unterricht maßgeblich, sondern auch für den Fremd- und Zweitsprachenunterricht, von dessen Zugang zur Grammatik auch der Muttersprachen-Unterricht profitieren kann.Die gesprochene und die geschriebene Sprache steht im Zentrum der Beiträge dieses Themenhefts, das Möglichkeiten der Textgestaltung aufzeigt, die ein reflektierter Umgang mit Grammatik eröffnet.

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