Heft 4-2016, 40. Jahrgang

New Literacies im Deutschunterricht

HerausgeberInnen: Katharina Perschak, Andreas Hudelist & Margit Böck

Die digitalen Technologien führten zu grundlegenden Veränderungen von Schrift, Texten, Medien ihrer Vermittlung, von Schreiben und Lesen selbst – und von den auf Schriftlichkeit bezogenen Bedeutungszuweisungen und Erwartungen der Personen, die schriftliche Texte produzieren und/oder rezipieren. Der Deutschunterricht als Ort, an dem Schriftsprachlichkeit sowohl Werkzeug als auch inhaltlicher Gegenstand ist, kann einerseits von den neuen Möglichkeiten, die digitale Medien mit sich bringen, besonders profitieren. Dazu zählen zum Beispiel neue Möglichkeiten, außerschulische literale Praktiken der Kinder und Jugendlichen mit der Welt des Schreibens und Lesens in der Schule zu vernetzen, das Hereinholen und Sichtbarmachen von digitaler Expertise der SchülerInnen, die auch für herkömmliche Formen des Schreibens und Lesens relevant sind bzw. die jeweiligen Stärken und Nachteile traditioneller und digitaler literaler Praxis und Kultur im Vergleich erst klar erkenn- und erlebbar machen. Andererseits sind neue Herausforderungen entstanden, die komplexe Aufgaben- und Problemfelder eröffnet haben. Im englischsprachigen Raum werden diese vielfältigen Veränderungen der Schriftlichkeit, die im Besonderen auch die Sprachdidaktik betreffen, als “New Literacies” bezeichnet und umfassen nach Lankshear und Knobel die soziale und die technische Ebene.

Die soziale Ebene der New Literacies bezieht sich auf die Konsequenzen, die die technisch begründeten Veränderungen für Texte selbst sowie für das Schreiben bzw. die Textproduktion und das Lesen bzw. die Nutzung und Rezeption von digitalen Onlinetexten mit sich bringen. Die zentrale Frage lautet dabei, wie sich auf Literalität bezogene Erfahrungen, Haltungen, Kompetenzen und Praktiken neu formieren (können) und wie zwischen dem “Traditionellen” und dem “Neuen” vermittelt werden kann, um die gegenwärtigen literalen Ressourcen den Schülerinnen und Schülern möglichst in ihrer Vielfalt und Gesamtheit zugänglich zu machen.

Was verschiedene Perspektiven der New Literacies für den Deutschunterricht bedeuten und welche neuen Zugänge sie eröffnen können, ist Thema dieser ide-Ausgabe.

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Originalbeiträge in englischer Sprache

  • Cristiane Manzan, Perine J. Rowsell: Inside-Out: Connecting In-School Literacy with Out-of-School Literacy

  • Cheryl McLean: Re-Visioning canonical texts in contemporary classrooms